Wildwarnanlage arbeitet an der B 224

Die Wildwarnanlage an der B 224 ist nun in Betrieb. Sie soll verhindern, dass Wild und Autofahrer sich unvorbereitet auf der Straße begegnen.

Foto: Berthold Fehmer

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Bei den Toren am Rhader Weg wurden die schwergängigen Gasdruckfedern wieder ausgebaut. Nun fallen die Tore durch ihr eigenes Gewicht wieder zu, wie Revierförster Christoph Beemelmans demonstriert.

Die Wildwarnanlage an der B 224 ist am Dienstag in Betrieb genommen worden. Damit werden Autofahrer gewarnt, falls Tiere den 400 Meter breiten Durchlass zwischen der Zaunanlage durchqueren wollen. Auf Wärme und Bewegung reagieren die acht verbauten Sensoren, die aus rund drei Metern Höhe den Streifen sechs bis sieben Meter neben der Straße rund um die Uhr überwachen. Wenn etwa ein Hirsch in diesen Bereich kommt, löst die Anlage aus.

Dann werden vier elektrische Verkehrsschilder aktiviert, die mit LED-Technik ein blinkendes „Wildwechsel“-Symbol anzeigen und die Geschwindigkeitsbeschränkung von 70 auf 50 Kilometer pro Stunde herabsetzen. „Nach zwei Minuten werden die Schilder wieder ausgeschaltet“, so Ludger Igel, Projektleiter bei Straßen.NRW.

Dass ein Rotwild so schnell über die Straße rennt, dass die Autofahrer nicht mehr rechtzeitig gewarnt werden, komme vermutlich kaum vor, sagt Gerhard Klesen vom RVR. „Die Tiere gehen meistens sehr verhalten über die Straße. Wenn ein Tier etwa von Hunden gejagt würde, dann könnte es zu so einem Fall kommen.“

Foto: Berthold Fehmer

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28 Unfälle waren in den vergangen Jahren durchschnittlich an der B 224 zu verzeichnen. Im vergangenen Jahr waren es 24 – in diesem Jahr erst einer. „Diesen Effekt hat die Baustelle bereits gehabt“, freut sich Kleesen. Die meisten Unfälle gab es allerdings auch immer in der dunklen Jahreszeit. „Wenn die Tiere durch das Licht der Autos geblendet werden.“

Im Klever Wald gebe es bereits eine Wildwarnanlage – diese funktioniere allerdings nicht mit Infrarot-Sensoren, sagt Kleesen. Eine Anlage wie die an der B 224 ist demnach die erste in ganz Nordrhein-Westfalen.

In Sachsen-Anhalt, so Igel, habe man mit einer Infrarot-Anlage hingegen bereits sehr gute Erfahrungen gemacht. „Die Unfälle gehen dort fast gegen Null.“

Jegliche Aktivität der Anlage wird übrigens automatisch protokolliert. Die Daten landen bei der Firma „Swarco Traffic Systems“, für die Johannes Börsch als Projektleiter ebenfalls den Betriebsbeginn und die Abnahme der Anlage verfolgte.

Gekostet haben die Wildwarnanlage und der Zaun, deren Errichtung rund sechs Monate dauerten, rund 550.000 Euro.

Leser der Dorstener Zeitung hatten sich beschwert, dass es schwierig sei, als Radfahrer durch die Tore zu kommen, die am Rhader Weg aufgebaut wurden. Revierförster Christoph Beemelmans bestätigte, dass in den Toren zunächst Gasdruckfedern eingebaut waren, die für einen schwergängigen Betrieb sorgten.


Berthold Fehmer, Dorstener Zeitung, 13.03.2012
Quelle: http://www.dorstenerzeitung.de/lokales/schermbeck/Wildwarnanlage-arbeitet-an-der-B-224;art4250,1585033