Wildwarnanlage an der B224 ist ein Erfolg

Die Wildwarnanlage an der B 224 ist ein Erfolg. Das belegen die Unfallzahlen nach gut zehn Monaten, in der die Anlage in Betrieb ist. In den vergangenen zehn Jahren hatte es pro Jahr durchschnittlich 28 Mal auf der Strecke gekracht.

Foto: dpa

Foto: dpa

„Und die Dunkelziffer lag sicherlich noch höher“, sagt Christoph Beemelmans, Revierleiter des RVR-Forststützpunkts Üfter Mark.

Häufig habe man nämlich totes Wild gefunden, das mit einem Fahrzeug kollidiert sein musste, ohne dass jedoch ein Unfall angezeigt wurde. Allein die bekannten Unfälle verursachten Sachschäden in Höhe von 150 000 Euro pro Jahr. Beemelmans: „Und da rede ich noch nicht von den Personenschäden.“

Erst wenn die Brunftzeit vorbei sei, wolle man ein Fazit über den Erfolg der Anlage ziehen, hatten die Verantwortlichen immer wieder im vergangenen Jahr betont. Denn in der Brunftzeit hatten sich durch häufigen Wildwechsel auch stets die Unfallzahlen erhöht.

Seit dem Betrieb der Anlage hat es bislang nur zwei kleinere Unfälle gegeben, von denen Beemelmans weiß. Vor vier Monaten sei ein kleiner Frischling vermutlich von einem LKW touchiert worden und vor rund zwei Monaten ein Rotwild einer Dame vors Auto gesprungen. „Auf der Motorhaube war eine kleine Delle.“

Also kaum nennenswerte Schäden, wenn man sie mit denen der Vorjahre vergleicht. Beemelmans hat, und das belegten auch Aussagen der Polizei, beobachtet, dass die Autofahrer mittlerweile in dem Bereich viel vorsichtiger führen. „Und sie warnen sich gegenseitig mit der Lichthupe.“

Heißt das, die Wildwarnanlage läuft perfekt? Beemelmans hat noch Verbesserungspotenzial ausgemacht. „Eine Schwachstelle ist der Bereich fünf bis sechs Meter neben der Straßenkante.“ Dieser wird von den Sensoren nicht erfasst, begründet wurde dies mit der Befürchtung, dass sonst auch Fahrzeugbewegungen die Anlage auslösen könnten.

Auf der anderen Seite hatten auch viele Autofahrer in diesem Bereich Wild gesehen, und kamen zu dem Schluss: „Die Anlage ist kaputt.“ Mit Straßen.NRW und dem Hersteller wolle man ins Gespräch kommen, ob man den Erfassungsbereich nicht vergrößern können, so Beemelmans.

Kann man denn mittlerweile sagen, wie viele Tiere die Straße im fraglichen Bereich überqueren? An dieser Frage werde demnächst eine Studentin im Rahmen ihrer Diplomarbeit forschen, sagt Beemelmans. Dafür müsse man die Daten noch wesentlich häufiger auslesen, als das bisher geschehe. Und richtig interpretieren.
„Da hat man manchmal innerhalb von kürzester Zeit 300 Bewegungen. Was aber bedeutet, dass ein Wild im Strahl steht, und beim Fressen – Kopf hoch, Kopf runter – immer wieder registriert wird.


Dorstener Zeitung, 20.01.2013
Quelle: http://www.dorstenerzeitung.de/lokales/schermbeck/Wildwarnanlage-an-der-B224-ist-ein-Erfolg;art4250,1884930