Hühnermast: Tiere leben auf engstem Raum

Die Grünen mischen sich mit neuen Fakten in die Diskussion um die Hähnchenmast ein.

Durch das Vorhaben eines Landwirts in Uefte, eine weitere Hähnchenmastanlage mit 39 900 Tieren zu errichten, wurde eine heftige Diskussion ausgelöst, in die sich die Grünen einschalten.

“Unsere Recherchen haben ergeben, dass in den Kreisen Coesfeld, Steinfurt und Borken so viele dieser Anlagen gebaut wurden oder in Planung sind, dass sich Bürger in zahlreichen Bürgerinitiativen vehement dagegen wehren”, teilt der Ortsverband mit. Initiatoren seien in der Regel große Futtermittel- und Fleischverarbeitungskonzerne. Die Küken würden zu Tausenden in Kisten verpackt, im Mastbetrieb abgeliefert und die gemästeten Tiere nach 30 bis 40 Tagen abgeholt und in die Schlachtereien gebracht. Dieser Zyklus wiederhole sich siebenmal pro Jahr.

Die Grünen sehen in dieser Art der Fleischproduktion große Risiken für die Anwohner, für Landschaft, Natur und Tourismusprojekte der Gemeinde und nicht zuletzt für die Landwirtschaft. “Wenn die Anlagen unter der Grenze von 40 000 Mastplätzen bleiben”, so die Grünen, “wird die Beteiligung der Öffentlichkeit umgangen und Umweltverträglichkeitsprüfungen werden nicht durchgeführt.” Weil es für die Belastung der Luft durch Krankheitserreger wie Milbenkot, Schimmelpilze, Viren und Bakterien keine Grenzwerte gebe, habe die Kreisverwaltung keine Handhabe, einen Einbau von Filtern zu verordnen.

“Die Menschen in der Umgebung sind schutzlos ausgeliefert, die Attraktivität unserer Landschaft wird beeinträchtigt. Die Geruchsbelästigung wird Erholungssuchende fernhalten. Der Tierschutzgedanke bleibt auf der Strecke”, so die Grünen. Sie teilen die Auffassung des Tierschutzbundes, der von tierquälerischer Haltung spricht; so werden zum Beispiel weit mehr als 20 Tiere pro Quadratmeter untergebracht.

Auch den Lohnmästern werde diese Einnahmequelle auf Dauer nichts nützen, da der Preis erfahrungsgemäß von den Konzernen immer weiter nach unten gedrückt werde, je mehr Anlagen existierten.

Um die Ausdehnung von industriellen Mastbetrieben auf die Ortsteile zu verhindern, müsse unverzüglich ein Planungsrecht geschaffen werden.