Einzäunung der B 224 von Erle nach Dorsten zeigt erste Erfolge

Nicht ganz billig war die Einzäunung der B 224 von Erle nach Dorsten. Rund 450 000 Euro kostete diese und sorgte bei Inbetriebnahme für großes Aufsehen. Jetzt zeigen sich erste Erfolge.

Die Einzäunung der B 224 schützt sowohl die Autofahrer als auch das Wild vor Unfällen.

Foto: Petra Bosse

Foto: Petra Bosse

Die Verantwortlichen des Regionalverbandes Ruhr legten bei der Installierung großen Wert vor allem auf Sicherheit für die Verkehrsteilnehmer und setzten dabei auf die neueste Technik.

Gut anderthalb Jahre nach Inbetriebnahme kann Revierförster Christoph Beemelmans jetzt schon sagen, dass sich der Aufwand gelohnt hat.

„Wir sind ganz stolz verkünden zu können, dass wir nur zwei Unfälle im abgelaufenen Jahr hatten. Es ist ein riesiger Gewinn und eine wunderbare Sache, denn die Unfälle sind fast gegen Null zurückgegangen“, so Beemelmans.
Dennoch ist bis heute für viele Verkehrsteilnehmer noch nicht ganz klar, wann die Wildwarnanlage überhaupt anspringt.
Häufig kommen auch Beschwerden von Autofahrern, dass die Wildwarnanlage zwar blinkt, aber weit und breit kein Wild sichtbar sei. „Richtig, aber da gibt es immer noch so kleine technische Probleme, die ab 25 Grad Außentemperatur aufwärts auftreten. Aber auch das werden wir technisch in den Griff bekommen“, sagt Beemelmans.

Aber nicht nur Rotwild löst die Wildwarnanlage am Tage aus. „Sie wird durch kleine Wildreaktionen ebenso ausgelöst wie zum Beispiel durch einen Bussard, der dort in der Nähe seinen Horst hat und täglich Futter einfliegt um seine Jungen zu versorgen.“

Entscheidend sei aber, dass die Anlage blinkt, wenn wirklich Wild kommt. „Die Autofahrer können sicher sein, dass, wenn die Anlage in der Nacht ausgelöst wird, es nicht der Bussard ist, sondern Schalenwild, also Rotwild“, so Christoph Beemelmans.

Auch die neue Grünbrücke über die Autobahn 31 scheint laut Aussage des Revierförsters in der Tierwelt gut angekommen zu sein. „Angefangen vom Mauswiesel über Mader, Iltisarten, Rehwild bis hin zum Rothirsch, alle waren schon da. Besonders das Rotwild ging bereits sechs Tage nach Eröffnung über die Grünbrücke. Alleine schon deshalb, weil es ein sehr neugieriges Tier ist“, so Beemelmans.

Bis zu 30 Schalenwildbewegungen konnten hier schon in der Nacht gezählt werden. „Gemessen an den Kosten zum Bau einer Autobahn von 600 bis 800 Meter Länge war diese Wildbrücke nicht viel teurer und deshalb finden wir, dass der Bau einer Grünbrücke sehr gut angelegtes Geld ist“, fügt Beemelmans hinzu.

Trotz Verbotsschildern kommen Spaziergänger oder Fahrradfahrer ins Naturschutzgebiet. „Besonders Mountainbike-Fahrer lassen sich von den Verbotsschildern nicht abhalten und sind für uns ein großes Problem.“

Wer hier vom Wege abkommt und erwischt wird, muss mit einem Bußgeld von 25 bis 35 Euro rechnen.


Dorstener Zeitung, 03.07.2013
Quelle: http://www.dorstenerzeitung.de/lokales/schermbeck/450-000-Euro-Kosten-Einzaeunung-der-B-224-von-Erle-nach-Dorsten-zeigt-erste-Erfolge;art4250,2051990