Daten fließen zu langsam

Mit Möglichkeiten zur Verbesserung des so genannten “schnellen Internets” befasste sich am Freitagnachmittag der gemeindliche Wirtschaftsförderungsausschuss.

Die Anbindung von Unternehmen und Haushalten an dieses “schnellere Internet” ist in vielen Teilen des Kreises Wesel dürftig. Das gilt auch für Teile der Gemeinde Schermbeck.

Der Kreis Wesel hat festgestellt, dass die am Markt tätigen Telekommunikationsunternehmen auf absehbare Zeit keine Lösung für die schlecht versorgten Bereiche ermöglichen können.

Die Entwicklungsagentur des Kreises Wesel (EAW) hatte deshalb die Aufgabe, unter Beteiligung externer Experten einen Lösungsvorschlag zu erarbeiten. Dieser Vorschlag soll am 11. Oktober im Kreisausschuss für Kreisentwicklung und strukturellen Wandel beraten werden.

Um die dreizehn Kommunen und den Kreis gemeinsam zur Errichtung eines kreisweiten Breitbandnetzes gewinnen zu können, wirbt die EAW derzeit in allen Kommunen. Am Freitag erläuterten die EAW-Mitarbeiter Michael Düchting und Anne Janssen die Planungen.

Es sollen mit Hilfe eines kreisweiten Netzes alle Kommunen miteinander verbunden werden, außerdem jene Teile einzelner Kommunen, die derzeit besonders schlecht angebunden sind. Das kreisweite Netz der dann schnelleren Datenautobahn soll an mindestens zwei Stellen an das deutschlandweite Netz angebunden werden.

Etwa 335 Kilometer müssten verlegt werden. Das von einer noch zu gründenden Gesellschaft aus Kreis und Kommunen würde das Netz an einen Betreiber verpachten. Als Baukosten wurden 27 Millionen Euro ermittelt.

Der Zeitplan für den Fall, dass der Kreis und nahezu alle Kommunen der Gründung einer Gesellschaft noch im vierten Quartal zustimmen, sieht den Baubeginn für das Jahr 2012 vor. Als Bauzeit wurden drei Jahre ermittelt. Welche Bereiche zuerst gebaut werden, wird mit dem künftigen Netzbetreiber ausgehandelt werden. Insgesamt könnten durch das neue Netz 61.100 Kunden erreicht werden.

In der anschließenden Fragestunde für Einwohner bemängelte der Dämmerwalder Marcell Oppenberg, dass für die Ortsteile Dämmerwald und Weselerwald keine nennenswerten Verbesserungen zu erwarten seien. Er drängt deshalb schon jetzt darauf, dass mit dem Netzbetreiber die Möglichkeit erörtert wird, durch “Muskelhypothek” der Anwohner weitere Teile des Netzes hinzufügen zu können.

Die Planungen des Kreises werden nun in den Fraktionen erörtert. Eine Entscheidung für oder gegen die Beteiligung am Bau des geplanten Netzes soll in der nächsten Sitzung fallen. Bis dahin erhoffen sich Klaus Roth (BfB) und Karl Dilly (USWG) noch mehr Informationen zwecks einer besseren Risikoeinschätzung.


Helmut Scheffler, Dorstener Zeitung, 23.09.2011
Quelle: http://www.dorstenerzeitung.de/lokales/schermbeck/Daten-fliessen-zu-langsam;art4250,1415450