Asylbewerberheim

Der geplante Anbau am Asylbewerberheim in Üfte stößt zunehmend auf Kritik der Anwohner. Manfred Baumeister: “Man hatte Zeit genug, sich vorher zu überlegen, was man den Anwohnern und den Menschen, die hierhin kommen, damit zumutet.”

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Foto: Berthold Fehmer

Manfred Baumeister lehnt wie viele Üfter Anwohner den geplanten Neubau am Asylbewerberheim ab.

Seit Mitte der 80er Jahre wird die ehemalige Schule für die Unterbringung von Asylbewerbern genutzt. „Alle Höhen und Tiefen“, so Baumeister, habe man in dieser Zeit als Anwohner erlebt – besonders schlimm sei es in den 90er Jahren gewesen, als der bislang größte Zustrom die kleine Bauernschaft auf eine harte Probe stellte.

„Da lagen Kinder auf der Straße rum. Da hat sich keiner drum gekümmert“, sagt Susanne Baumeister, und wendet sich ab, weil ihr die Tränen hochkommen. Auch an einen Iraker, der vor anderthalb Jahren eine Frau mit einem Messer bedrohte, erinnern sich die Anwohner äußerst ungern. Eine gibt zu, „panische Angst“ gehabt zu haben.

Mit den meisten derzeit in der Unterkunft lebenden Asylbewerbern und Obdachlosen funktioniert derzeit das Zusammenleben. Umso weniger können die Anwohner die Pläne der Gemeinde verstehen, die auf dem ehemaligen Schulhof einen Anbau für 30 zusätzliche Asylbewerber plant.

Weder sei derzeit der Bedarf vorhanden, noch die 425 000 Euro für einen solchen Bau und die Sanierung des alten Gebäudes gut angelegt. Baumeister: Jeder Euro, der hier reingesteckt wird, ist rausgeschmissenes Geld.“

Zwei Badezimmer für je 15 Personen, eine Gemeinschaftsküche – das entspreche nicht mehr heutigem Standard. Integration, so der Einwurf eines Anwohners, könne nur gelingen, wenn eine Mehrheit eine Minderheit integriere. Ob das bei rund 20 Familien rund um die alte Schule und womöglich bis zu 70 Asylbewerbern und Obdachlosen noch der Fall sein kann, wird von den Anwohnern arg bezweifelt.

Am 27. Juli lädt die CDU um 19 Uhr zu einem Info-Abend in die Gaststätte Triptrap ein.


Berthold Fehmer, Dorstener Zeitung, 19. Juli 2010
Quelle: http://www.dorstenerzeitung.de/lokales/schermbeck/Anbau-stoesst-auf-Kritik-bei-den-Anwohnern;art4250,974459