Achtung Autofahrer: Rehe sind jetzt liebesblind

Es geht blitzschnell: Wenn Rehe oder andere Wildtiere unvermittelt auf die Straße springen, lässt sich ein Zusammenprall oft nicht verhindern. Diese Gefahr für Auto- und Motorradfahrer ist in diesen Tagen besonders groß.

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Von Mitte Juli bis Mitte August dauert die Brunftzeit der Rehe. Die sonst so scheuen Waldbewohner jagen sich dann oft kilometerweit durch Wald und Flur – und über Straßen.

Jährlich sterben bundesweit etwa 30 Menschen bei Kollisionen mit Wildtieren, rund 3.400 Menschen werden verletzt. Der Sachschaden wird auf eine halbe Milliarde Euro geschätzt. Der ADAC rät Verkehrsteilnehmern daher, in wald- und wiesenreichen Gebieten derzeit besonders vorsichtig und vorausschauend zu fahren.

Der Landesjagdverband Nordrhein-Westfalen warnt aktuell vor der Gefahr eines Wildunfalls. Sie sei jetzt besonders hoch, da noch bis Mitte August Rehwildbrunftzeit ist. Treiben die Böcke die Ricken in ihrem Liebesrausch vor sich her, ist jegliche Scheu verflogen. Gefahrenquellen werden nicht mehr wahrgenommen. Wer glaubt, dass die liebestollen Rehe nur nachts unterwegs sind, der irrt. Auch am hellichten Tag springen sie plötzlich auf die Straße.

Im Wald und an unübersichtlichen Wald- und Feldrändern sollte man daher langsamer fahren und unbedingt den Fahrbahnrand im Auge behalten, denn nicht nur auf Strecken mit Wildwechselschildern könnten Tiere plötzlich die Straße überqueren, so der Verband. Steht das Wild bereits auf der Fahrbahn, hilft nur: abblenden, kontrolliert abbremsen und hupen. Außerdem komme ein Reh selten allein, warnt der Landesjagdverband. “Es muss immer mit Nachzüglern gerechnet werden.” Lässt sich ein Zusammenstoß nicht mehr vermeiden, gilt: besser ein kontrollierter Aufprall als unkontrolliertes Ausweichen. Dabei sollte man geradeaus fahren, das Lenkrad gut festhalten und stark bremsen.

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Nach einem Wildunfall muss laut ADAC die Unfallstelle mit einem Warndreieck gesichert werden. Anschließend unbedingt Polizei oder Jäger benachrichtigen und den Unfall aus versicherungstechnischen Gründen bestätigen lassen. Selbst wenn das Tier scheinbar unverletzt weiterläuft, rät der Landesjagdverband dazu, die Polizei zu informieren. Das Tier kann schwere innere Verletzungen erlitten haben und qualvoll daran sterben. Ein Jäger kann es aufspüren und von seinen Qualen erlösen.